Hintergrund
Ackerwildkräuter sind eine der am stärksten gefährdeten Artengruppen in Deutschland. Die Vielfalt an Ackerbegleitarten stellt eine wesentliche Grundlage für den Aufbau vielfältiger Nahrungsnetze in der Agrarlandschaft dar, insbesondere für die Verfügbarkeit von Insekten und als wesentliche Nahrungsquelle vieler Feldvogelarten. Eine Förderung von Ackerwildkräutern und damit einhergehend eine Erhöhung der Biodiversität in der Agrarlandschaft ist erforderlich, insbesondere vor dem Hintergrund des zurzeit viel diskutierten „Insektensterbens″. Die Wissenslücke über mögliche Auswirkungen der Etablierung von Ackerwildkräutern auf Bodeneigenschaften und Erträge der Marktfrüchte verhindertjedoch die Akzeptanz von vielversprechenden biodiversitätsfördernden Maßnahmen in der landwirtschaftlichen Praxis. Es bedarf deshalb der Überprüfung und Bewertung möglicher Auswirkungen der Etablierung von Ackerwildkräutern in marktfruchtorientierten Fruchtfolgen.
Ziele
Das Ziel des Projekts ist es, in einem praxisnahen und wissenschaftlich fundierten Vorhaben zu untersuchen, welche Bewirtschaftung (Marktfrucht und Stoppelbearbeitung) eine erfolgreiche Ansiedlung von wertgebenden Ackerwildkräutern in marktfruchtorientierten Fruchtfolgen fördert. Es soll auch untersucht werden, welche Vor- und Folgefrucht in einer marktfruchtgeprägten Region zum Erfolg der Ansiedlung beiträgt. Die Auswirkungen der verzögerten Stoppelbearbeitung auf Pflanzenschutzaspekte im Marktfruchtanbau und die Bodenfeuchte in ackerbaulichen Trockengebieten sollen ebenfalls untersucht werden.
Schließlich soll auch die Wirtschaftlichkeit des landwirtschaftlichen Betriebes durch die Maßnahmen bewertet werden.
Material & Methoden
Im Großparzellenversuch werden in drei Versuchsjahren folgende Varianten getestet:
- Umbruch ohne Einsaat von Ackerwildkräutern,
- Umbruch mit Einsaat von Ackerwildkräutern,
- Marktfrucht mit Einsaat von Ackerwildkräutern,
- Marktfrucht mit Einsaat von Ackerwildkräutern und später Stoppelbearbeitung,
- Marktfrucht ohne Einsaat von Ackerwildkräutern. Ackerwildkrautmischung
Kontakt
Siv Biada, Leiterin Internationales DLG-Pflanzenbauzentrum
✉ S.Biada@DLG.org